Zigeuner Leitfaden

 

Diese Anleitung soll helfen das Spielkonzept eines Zigeuners etwas zu verdeutlichen. Die Angaben dienen als Leitbild zur Charaktererschaffung, müssen aber nicht zwingend angewendet werden. Wir bitten euch, uns eigene Stammesgepflogenheiten mitzuteilen…

 

1. Was ist ein Zigeuner?

In diesem Spiel ist der Begriff Zigeuner definitiv nicht abwertend gemeint, sondern bezieht sich auf die romantisierte Vorstellung des fahrenden Volkes. Zigeuner sind Reisende, die in Stämmen oder Clans in der Gruppe umher reisen, ohne feste Heimat oder festes Ziel. Sie lassen sich einfach treiben und driften von Ort zu Ort, bleiben so lange es ihnen gefällt und ziehen dann weiter ins nächste Abenteuer.

Doch was macht einen Zigeuner/eine Zigeunerin aus? Kurz gefasst:

  • bunt
  • bling (akustisch wie auch visuell)
  • Plaudertasche (aka mitteilsam)

Zigeuner laufen in bunten Farben und Mustern umher, mit vielen Schichten und Verzierungen. Man hört sie meist von weitem kommen, da sie mit viel Schmuck, Glöckchen oder Münzgürtel behangen sind. Zigeuner sind laut – sie singen, sie feiern und erzählen Geschichten. Nicht selten verdienen sie damit ihren Lebensunterhalt oder reden sich gekonnt aus jeder brenzligen Situation heraus…

Für die Charaktererstellung könnt ihr so ziemlich jedes Klischee ausreizen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!


2. Sprache

Zigeuner reisen durch die Lande und schnappen überall Wörter und Wendungen auf. Ihre Sprache greift Einflüsse der verschiedensten Sprachregionen auf. Die grössten Einflüsse stammen jedoch aus dem Russischen oder aus Südländischen Sprachräumen. Entsprechend fallen auch die Vornamen aus.
Am Spiel wird Hochdeutsch gesprochen, allerdings auch gerne mit Akzent.

 

3. Gewandung

Zigeuner sind meist bunt gekeidet, mit viel Schmuck, Glöckchen und Verzierungen.

Frauen tragen meist Röcke, Blusen, Westen sowie jede Menge farbige Tücher, Gürtel und Bauchtanztücher. Beim Thema Schmuck gilt je mehr desto besser: Grosse Halsketten und Ohrringe, klingende Armreifen, Glöckchen am Fussgelenk sowie Münzgürtel gehören einfach dazu. Dazu trägt die Zigeunerin oft ein Kopftuch oder einen mit allerlei Klimbim verzierten Hut.

Männer tragen Hosen, (Piraten-) Hemd, Weste sowie Kopftuch und/oder Hut. Gerne gesehen ist auch ein buntes Tuch um Hüfte oder Bauch. Viele tragen auch ein Glöckchenband am Fuss. Zigeuner tragen oft viel Klimbim am Gürtel mit sich herum. Teilweise auch Waffen, wie Messer oder Pistolen.

 

4. Stämme

Zigeuner sind in Stämme aufgeteilt, wobei Familienmitglieder den grössten Teil des Stamms ausmachen. Blutsverwandtschaft ist aber kein zwingendes Kriterium um Stammesmitglied zu sein. Die meisten Zigeunerstämme sind matriarchalisch aufgebaut, wobei das älteste weibliche Familienmitglied dasa Stammoberhaupt (auch Bandoliere genannt) darstellt, sofern diese noch geistig dazu in der Lage ist.

Bekannte Stämme (in Mythodea und vom Zigeunerlarp I):

  • Mezcana
  • Drohkaji
  • Trovatos

Obwohl sie in Stämme unterteilt sind, spricht man jeden Zigeuner des eigenen Stammes mit „Brüderchen“ oder „Schwesterchen“ an, Mitglieder anderer Stämme mit „Vetterchen/Cousinchen“.
Direkte Blutsverwandtschaft spielt dabei keine Rolle (mit Ausnahme von Eltern und Grosseltern, diese werden mit dem korrekten Verwandtschaftsgrad angesprochen).

 

5. Ahnenkult

Verstorbene haben in unserer Kultur einen besonderen Platz, insbesondere wichtige Stammesmitglieder werden bei Trinksprüchen und Flüchen mit einbezogen (Beispiel vom Stamm der Mezcana:“Grossmütterchen Selig“).

Der Ahnenkult ist sehr wichtig für Zigeuner, da die Familie über allem steht. Die Ahnen werden in Zeiten der Krise um Hilfe gebeten und Familiengeheimnisse/-rezepte werden von Generation zu Generation weitergereicht.

Jeder Stamm hat dabei eigene Ahnenkulte. Bei den Mezcana ist es Beispielsweise Tradition, die Asche des verstorbenen Familienoberhauptes für ein Jahr mit auf Reisen zu nehmen, bevor sie dem Wind übergeben wird.

 

6. Magie

Magie ist eine Sache des Blutes – manche können es, andere nicht (gemäss Charakter selber bestimmen).

Die Magie der Zigeuner basiert auf der Verbundenheit mit den Ahnen. Entsprechend werden bei Ritualen auch die Stammesoberhäupter angerufen. Manche Stämme sind auch sehr mit der Natur verbunden und rufen auch die Kräfte der Elemente zur Hilfe…

 

7. Tätigkeit/Beruf

Als herumziehendes Volk verdienen wir unser täglich Brot hauptsächlich durch den Handel von Waren, Dienstleistungen oder als Tagelöhner. Mögliche Berufe sind: Wahrsager, Heiler, Alchemist, Tagelöhner (im Bereich Landwirtschaft, Diener, etc, aber nicht als Söldner), Koch, hübsche Begleitung, Bote, Händler (z.B. Schnitzereien,  Glücksbringer und Talismane, Stickereien, etc) oder Schreiber.

 

8. Stammes-spezifische Eigenheiten

(Beispiele der Mezcana)

1. Trinkspruch
Zigeuner leben laut und herzhaft. Am liebsten trinken sie in guter Gesellschaft, wobei sie ihren Lebensstil und Familienzugehörigkeit gern zum Vorschein bringen. Dies widerspiegelt sich in ihrem Trinkspruch:  vor dem ersten Schluck ruft man: „Auf Uns!“, und trinkt, vor dem zweiten Schluck: „Auf (Ahne einfügen)“ und stösst mit dem Rest der Zigeunergruppe an.

2. Aberglaube

Zahl Fussfinger
Die Zahl “10“ gilt als Unglückszahl und wird daher nicht erwähnt. Sollte sie dennoch erwähnt werden, muss man sich dreimal im Uhrzeigersinn drehen und bei jeder Umdrehung spucken (kurz, nicht schlabbrig). Dies gilt auch, wenn jemand über Zehen redet. Wenn nötig, kann man anstelle von “10“ auch von der Zahl Fussfinger reden (man hat Zehn Zehen, bzw. Fussfinger).

3. Ausdrücke

  • „Eta Pravda!“ – Ausdruck der Zustimmung: „So ist es Bewiesen!“ oder „Recht ist es!“
  • „Kuraz“ – Fluchwort, etwa Idiot, Arsch, etc…
  • „Priviet“ – Hallo